Unwissen

Edgelands der Ökologie

Von drauß vom Walde komm ich her; ich muß euch sagen … (Theodor Storm)

Gerade Herausgebrochen: Man kann sich nicht gleichzeitig auf beiden Seiten der Unterscheidung befinden. Aber es liegt in der … Natur … jeder Unterscheidung, dass man auch auf ihre andere Seite gehen kann. Man muss sich entscheiden. Die erste Unterscheidung bleibt fatal, außer man setzt neu an.

Auf die andere Seite der Unterscheidung gehen zu können heißt, andersherum zu denken. Hier also von außen?

[W]ie man weiß, endet alles, was […] verdrängt oder eliminiert wird, in einer bösartigen viralen Infiltrierung des Sozialkörpers wie des individuellen Körpers. (Baudrillard, Warum ist nicht alles schon verschwunden?, 18)

Was bleibt, ist (auch hier) die Immanenz. Man entkommt der Natur nicht, befindet sich immer im Kampf, einmal im Jahr muss man zum Zahnarzt, manchmal muss man Aufräumen … Ordnung schaffen gegen die immer drohende Unordnung, das Rauschen …

Man findet die Wildnis dort, wo man sie nicht sucht, weil sie überrascht, sie ist Zufall, vom System nicht synchronisierbar. Sie ist die Evolution, der neuerdings auch die Gesellschaft unterliegt. Sie ist das nicht beobachtete — und das ist immer auch man selbst. Das sind die Edgelands der Ökologie. Sie ist Menschenwissenschaft (Amery) und gerade deswegen interessant.

Man kann nie ganz drinnen sein, sich nicht entziehen. Die Fliegengitter bringen nichts, wenn das Eis schmilzt und die Felder versanden.

Aber was hinter dem Außen liegt?